Information

Lisa Schützenberger

Lisa Schützenberger
Lisa Schützenberger
© Janine Guldener 

Lisa

Schützenberger

Occupational group
Actor
Acting age
24 - 34 Years  
Height
176 cm
Place of residence
Cottbus
Accommodation
Berlin / Potsdam | München | Wien
Steuerlicher Wohnsitz
Brandenburg 
currently theatre engagement in
Cottbus - Staatstheater Cottbus
Language(s)
English (good)
Dialects/Accents
Austrian
Original dialect
Austrian | Viennese
Pitch of voice
Mezzo-soprano
Musical instruments
guitar
Singing
jazz
Dance
dance education | ballet | hip hop | modern dance | standard dance
Sports
aerobics | ballet | stage fencing | unicycle | gymnastics | snowboard | dancing
Driving licence
B - Car
Hair colour
brown/brunette
Eye colour
blue and gray
Figure / Build
slim
Nationality
Austria
grew up in
Graz

Contact

c/o filmmakers

Ebertplatz 21
50668 Köln
fon +49-(0)221-167 91 .0
fax +49-(0)221-167 91 .26
service@filmmakers.de


CV

from to Play Role Director Casting Director Theatre
2019 2020 1984 Julia Andreas Nathusius Staatstheater Cottbus
2017 2020 Onkel Wanja Jelena Andrejewna Jo Fabian Staatstheater Cottbus
2018 2019 Brassed Off - mit Pauken und Trompeten Gloria Jörg Steinberg Staatstheater Cottbus
2017 2018 Hexenjagd Abigail Andreas Nathusius Staatstheater Cottbus
2017 2018 Mamma Medea Medea Mario Holetzeck Staatstheater Cottbus
2018 2018 König Kasper kann immer Kasper Albrecht Hirche Staatstheater Cottbus
2017 2018 Emilia Galotti Gräfin Orsina Jan Jochymski Staatstheater Cottbus
2016 2017 Die Spanische Fliege Wally Mario Holetzeck Staatstheater Cottbus
from to  
2011 2016 Kunstuniversität Graz; Studiengang: Schauspiel
1999 2011 Tanzausbildung (Ballet, Rythmische Gymnastik, Hiphop)

2 Nominierungen für Beste Nachwuchsschauspielerin in "Theaterheute Jahrbuch" für die Rollen Abigail Williams und Medea


Max-Günebaum-Preistägerin  http://max-gruenebaum-stiftung.de/preistraeger-2018/ 


Laudatio von Schauspieldirektor Jo Fabian:


Lisa Schützenberger

Max-Grünebaum-Preisträgerin 2018

Es ist mir ein großes Vergnügen, Ihnen mitzuteilen, dass der Max-Grünebaum-Preis 2018 an die Schauspielerin Lisa Schützenberger geht.

Chapeau, Lisa! – Und den Hut kann man ja nur ziehen, wenn man vorher einen aufhat.

Und was sagt sie?

Sie sagt: „Wir lieben euch, wir lieben unser Publikum.“

Mit diesem Zitat aus dem Stück „Terra In Cognita“ möchte ich den Reigen der schönen Worte eröffnen.

Ja, wir lieben unser Publikum, in guten wie in schlechten Zeiten, und wenn es uns verlässt, laufen wir ihm hinterher. Aber nicht etwa, weil wir so eitel sind, sondern weil wir an etwas glauben. Wir glauben daran, dass die Kunst ein Wirkstoff in unserer Welt ist, welcher zum Erhalt und zur Beförderung unserer geistigen Gesundheit unverzichtbar ist. Sie sollte jedem Menschen offen zugänglich sein und ist zum Überleben grad so notwendig wie ein Nahrungsmittel. Lisa Schützenberger hat sich, so wie ihre Kolleginnen und Kollegen, mit ihrer ganzen Kraft dem Theater verschrieben. Diese Kraft darf nicht verschwendet sein.

Der Max-Grünebaum-Preis gibt mir nun die Gelegenheit, neben der Anerkennung ihrer künstlerischen Leistung auch den Einsatz und die Aufopferungsbereitschaft einer jungen Künstlerin zu würdigen, die mit ihrem Hunger, ihrem engagierten Denken, ihren unbegrenzten Ansprüchen an das Leben und die Kunst mit dazu beiträgt, dass das Theater nicht zu einer bedeutungslosen Unterhaltungsmaschine im Plastezeitalter verkommt.

Für diese Möglichkeit der Würdigung bin ich den Preisstiftern sehr dankbar.

Lisa Schützenberger gehört nun bereits in der dritten Spielzeit zum Schauspielensemble des Staatstheaters Cottbus und wirkte seitdem in acht Inszenierungen mit.

Ich habe sie in ihrer ersten großen Rolle in Cottbus als Medea in einer beeindruckenden Inszenierung von Mario Holetzeck gesehen, dem ich auf diesem Wege noch einmal danken kann für diesen außergewöhnlichen Fund.

Ich sah sie als Abigail in Millers „Hexenjagd“ unter der Regie von Andreas Nathusius und auch als Gräfin Orsina in Lessings „Emilia Galotti“, inszeniert von Jan Jochymski. Und auch wenn es sich bei allen drei Frauenfiguren um enttäuschte und in ihrer Liebe verschmähte Frauen handelt, die Darstellung ihres bewegten Innenlebens durch Lisa Schützenberger ist so verschieden, dass man sie nicht verwechseln kann.

Ich selbst hatte erst mit dem Stück „Onkel Wanja“ das Vergnügen, sie auch in der Arbeit kennenzulernen. Ein äußerst inspirierender Vorgang – für beide Seiten. Mit ihrer Figur der Jelena Andrejewna ist ihr ein tragisch-komisches Porträt einer lebenshungrigen jungen Frau gelungen, die als strahlender Mittelpunkt einer von Trägheit verseuchten Gesellschaft vor unseren Augen verlischt.

Ihre Frauenfiguren können kokett und verspielt und im nächsten Moment furchterregend und geheimnisvoll sein. Komisch und naiv, hemmungslos und liebevoll, besitzergreifend oder auch überkandidelt. Vor allem aber unberechenbar. Der Facettenreichtum und die Lebendigkeit ihrer Darstellungsmöglichkeiten sind schon jetzt ziemlich beeindruckend.

Tanzend, singend, spielend. Sie kann auf jedes erdenkliche Mittel wie selbstverständlich zugreifen. Ich wünschte, ich hätte etwas von ihrer Freiheit auf der Bühne – gerade jetzt, in diesem Moment.

Ein Rohdiamant, der mir wertvoller ist, als sein geschliffenes Pendant in einer teuren Schaufensterauslage.

Lisa Schützenberger ist eine großartige und äußerst temperamentvolle junge Schauspielerin, die mit ihren Rollen schlafen geht und wieder aufsteht. Keine Minute bleibt ungenutzt, um über die gerade verlassene Probe zu reflektieren. Bereits Gefundenes wird erneut in Frage gestellt. Ihr Denken gleicht einem sprudelnden Quell, in welchem man tiefschürfendes Nachdenken über sich und die Welt genauso findet, wie die kreischende Lust an Nebensächlichkeiten.

Ich hatte in unseren Gesprächen oft das Gefühl unter einem Wasserfall von Eindrücken und Gedanken zu stehen. In diesen Momenten scheint sie ein Rausch der Kommunikationslust zu erfassen. Nun glaube aber niemand, man kenne sie besonders gut, weil man einmal nass geworden ist. Das Kennenlernen hört ja gar nicht auf. Ehrlich, unverfälscht, pur, voll von leidenschaftlicher Spiellust, angstfrei und geradezu schamlos. Immer bereit, alles zu geben.

Von diesem hohen Energielevel profitieren nicht nur Regisseure und Regisseurinnen, sondern auch die Kolleginnen und Kollegen auf der Bühne. Mit ihr zu spielen muss eine wahre Freude sein! Ihre maßlose Neugier wird besonders deutlich, wenn sie fünf Wochen vor der ersten Probe beginnt, mit Kollegen intensive Gespräche über ihre Figur zu führen. Das kann auf dem Nachhauseweg nach den Proben mit stundenlangen Zwischenstopps an Straßenecken und Ampeln passieren oder während sie einen von der Fäulnis befallenen Baum umarmt!

Dem hohen Maß an Intensität, mit dem sie lebt und arbeitet, kann man sich nicht entziehen und durch ihre strahlende Präsenz reißt sie andere Menschen mit und lässt den sprichwörtlichen „Funken“ spielend auf das Publikum überspringen!

Die Entwicklung, welche die Schauspielerin Lisa Schützenberger in kurzer Zeit am Staatstheater Cottbus genommen hat, ist beachtlich. Ihr großes Talent, ihr unermüdliches Erforschen ihrer Figuren und ihre Offenheit für unterschiedlichste Regieansätze lassen die Arbeit mit ihr dabei zum Vergnügen werden und sind eine erfreuliche Bereicherung für das Ensemble.

Ich habe absichtlich auf den biographischen Datenabriss in diesem begrenzten Zeitfenster verzichtet, denn einzig und allein das Ereignis Lisa Schützenberger, ob auf der Bühne oder außerhalb davon, ist die Worte wert, die wir hier verlieren!

Wir alle freuen uns darauf, ihre weitere Entwicklung zu beobachten und als Zuschauer oder als Kollege daran teilzuhaben!

Nur ein Blinder könnte glaubhaft behaupten, Lisa Schützenberger kam auf die Bühne und er hat es nicht bemerkt. Aber ich bin gern bereit, mit Ihnen gemeinsam die Probe aufs Exempel zu machen. Hier und jetzt.

Einen herzlichen Applaus für Lisa Schützenberger.

Laudatio von Jo Fabian
Schauspieldirektor am Staatstheater Cottbus